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Trotz Abstand zusammen: Gegen das Vergessen 

#WeRemember-Collage unserer Schule in Auschwitz-Birkenau zu sehen 

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Wir haben als Schule ein Zeichen gesetzt, ein Zeichen gegen Hass, Hetze und Gewalt, gegen Rassismus und Diskriminierung, gegen Lügen, Holocaust-Leugner und Fake-News – ein Zeichen für Respekt, Weltoffenheit und Transparenz, für Vielfalt, Freiheit und Demokratie.  

 
23% der Deutschen wissen laut einer vom World-Jewish-Congress (WJC) zitierten Studie nicht, was der Holocaust war. Über 2000 antisemitische Straftaten werden jährlich in Deutschland begangen. Diese Zahlen haben die Schüler*innen am Gymnasium Thusneldastraße in Köln-Deutz zutiefst erschüttert und im Unterrichtsgespräch, das durch die Pandemie bedingt derzeit online stattfinden muss, wurde bald klar – dagegen muss etwas unternommen werden.  

„Wenn wir vergessen, was der Holocaust war, wenn wir verdrängen, wozu Hass und Hetze in einer Gesellschaft führen können, dann werden Rassismus und Diskriminierung Tor und Tür geöffnet und dann setzen wir nicht zuletzt unsere Demokratie und unsere Freiheit aufs Spiel. Dann werden wir später eine Generation sein, die sich selbst fragen muss: Warum haben wir nichts getan?“  
So lautete das ergreifende Pamphlet eines Achtklässlers.  

Daraufhin initiierte Barbara Wingenfeld, die aktuell das Projektjahr „1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“ leitet, dass die gesamte Schule dazu aufgerufen wurde, an der internationalen Kampagne des WJC #WeRemember teilzunehmen. Und obwohl der Unterricht derzeit nur auf Distanz stattfinden kann und Schüler und Lehrer lediglich online in Kontakt treten können, beteiligten sich über 100 Schüler*innen, Kolleg*innen und Mitarbeiter*innen unserer Schule innerhalb weniger Tage an der Foto-Aktion. Eltern bestätigten ihr Einverständnis, Schilder mit dem Hashtag #WeRemember wurden gemalt, geschrieben und gedruckt, Fotos in unterschiedlichstem Setting arrangiert und alle Beteiligten bilden nun eine vielfältige Collage als aussagekräftiges Statement. Diese wird nun nicht nur in Sozialen Medien und in der regionalen Presse veröffentlicht, sondern auch als Teil eines Live-Streams in Auschwitz-Birkenau zu sehen sein.  

„Ich freue mich über das deutliche Zeichen der Schülerschaft und des Kollegiums. Unsere Schule lebt von Vielfalt und Offenheit, Antisemitismus und Ausgrenzung haben hier keinen Platz.", kommentierte Schulleiter André Szymkowiak das Ergebnis der Aktion. Dabei tat es der Botschaft keinen Abbruch, dass manche der Beteiligten sich dazu entschlossen, auf ihrem Foto das Gesicht unkenntlich zu lassen, weil sie es ungern in Sozialen Medien veröffentlicht haben wollten. Auch hier zeigten sich viele Klassen und Kurse diskussionsfreudig und sehr reflektiert.  

Schlussendlich entstand ein klares Zeichen gegen jede Form des Rassismus und der Diskriminierung, bei welchem Schüler, Eltern, Lehrer, Sekretärin und Hausmeister trotz des derzeitigen Corona bedingten Abstands zusammenstehen – zusammen ein Zeichen gegen das Vergessen setzen.  

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