„Mensch ist Mensch“ – Gemeinsam gegen Rassismus

Mensch ist Mensch“ – Gemeinsam gegen Rassismus

Rassismus gehört auch heute noch zu einem Bestandteil der Gesellschaft. Öfter als es im 21. Jahrhundert die Norm sein sollte, begegnet man täglich beleidigender Sprache von rassistischer Natur, sei es in der Schule, im Arbeitsleben oder in der unmittelbaren Öffentlichkeit. Dies heißt jedoch keinesfalls, dass die Mehrheit der Menschen weiterhin dieses eingeschränkte Weltbild vertritt.

 Um deutlich zu machen, dass das Städtische Gymnasium Thusneldastraße Rassismus unter keinen Umständen duldet, haben sich die SchülerInnen des Grundkurses 2 der EF dazu entschlossen, ein Statement gegen Rassismus zu setzen. Die Idee dazu entstand im Englischkurs von Frau Izadi, unter deren Obhut das Projekt organisiert wurde, als im Unterricht eine Diskussion darüber aufkam, wie mit Mobbing, insbesondere mit solchem, das auf Rassismus basiert, umgegangen werden sollte. Schnell entwickelte sich aus dieser Debatte die Idee zu einer Antirassismus-Kampagne.

Nach einigen Vorschlägen zur Umsetzung und Gestaltung dieser Idee, einigte man sich schließlich darauf am „Tag am Rhein“ – dem jährlichen Schulausflug des Städtischen Gymnasiums Thusneldastraße zu den Poller Wiesen – einen Stand aufzubauen. Dort würde man Stifte und Zettel bereitstellen, auf denen SchülerInnen sowie LehrerInnen mit Sprüchen oder kurzen Texten gegen Rassismus zu dem Projekt beitragen können würden.

Für die Zettel wurden bewusst verschiedene Farben organisiert, um Diversität bestmöglich zu repräsentieren. Nachdem man genügend beschriebene Zettel gesammelt hätte, würden diese im Eingangsbereich der Schule an die Fenster geklebt werden, sodass möglichst viele Menschen auf das Projekt aufmerksam gemacht werden würden.

Darüber hinaus wurden einige Wochen im Voraus Umfragebögen unter den SchülerInnen verteilt, die anonym in Erfahrung gebracht haben, wie die SchülerInnen des Städtischen Gymnasiums Thusneldastraße grundsätzlich zu Rassismus stehen.

Auf die Frage, ob man schon einmal dabei zugesehen hätte, wie jemand rassistisch beleidigt wurde und seine Stimme nicht genutzt habe, antworteten 38% mit „Nein, ich habe etwas gesagt“, 38% mit „Ja, ich habe mich nicht getraut, etwas zu sagen“ und 24% mit „Ja“.

85% der SchülerInnen sagten ihnen sei es egal, welcher Nationalität ihre Nachbarn angehören, da es auf den Charakter der Person ankomme. Jährliche Projekttage zum Thema Rassismus befanden 80% für eine gute Idee. Die Ergebnisse der Umfrage wurden am letzten Schultag im Foyer der Schule aufgehangen, sodass das Resultat für alle zugänglich war.

 Als der Tag am Rhein am Mittwoch, dem 10. Juli dann eintraf, platzierten die SchülerInnen den mitgebrachten Aufklapptisch und die im Voraus vorbereiteten bunten Papierzettel im Zentrum der versammelten Schülerschaft, um möglichst viele SchülerInnen, aber auch LehrerInnen dazu anzuregen, bei der Kampagne mitzumachen. Vereinzelte EF-SchülerInnen sprachen darüber hinaus Leute direkt an und forderten sie dazu auf, dem Stand einen Besuch abzustatten und bei der Aktion mitzumachen.

Im Laufe des Tages kamen immer mehr SchülerInnen zu dem Tisch und schrieben Sprüche wie „Say Not To Racism“, „Mensch ist Mensch“, „Die Hautfarbe ist egal!“ oder „Nobody is Born a Racist“ auf die Zettel. Oftmals halfen die OberstufenschülerInnen den anderen, wenn diese sich nicht sicher waren, was sie aufschreiben sollten oder Formulierungshilfen benötigten.

 Als sich der Tag am Rhein langsam dem Ende näherte, packte die EF damit auch ihre Sachen zusammen. Die Zettel wollte man später in aller Ruhe durchgehen und zählen.

Am darauffolgenden Tag nutzten vereinzelte SchülerInnen und Frau Izadi die siebte Unterrichtstunde, um bereits mit dem Aufhängen der Zettel zu beginnen. Einige sahen das Ergebnis daher bereits am Donnerstagnachmittag bei Schulschluss.

 Das gesamte Resultat konnte man allerdings erst am Freitagmorgen bewundern, als zusätzlich zu den mit stolzen 200 Zetteln beklebten Fenstern, ein Fernseher im Eingangsbereich der Schule aufgestellt worden war.

Auf dem Bildschirm war ein kurzes Video zu sehen, das im Voraus von einer Schülerin des Grundkurses 2 zusammengeschnitten worden war. Es stellte das Statement Say Not To Racism aus einer weiteren von Qualität geprägten Perspektive dar. Die Produzentin des Videos blieb währenddessen in Reichweite des Fernsehers, um das Video von Neuem abspielen zu können, wenn jemand das Foyer betrat. So konnten sich sowohl zahlreiche SchülerInnen und LehrerInnen als auch Angestellte der Schule oder Eltern das Video, die Umfrageergebnisse und die von Zetteln übersäten Fenstern anschauen und sich hoffentlich der Botschaft bewusstwerden, die die EF mit ihrer Aktion vermitteln wollte. Eine rundum gelungene Aktion.

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